Infos rund ums Piercing stechen

Sobald es ernst wird mit dem Piercing Stechen tun sich natürlich Fragen auf. Wer noch keine Piercing Erfahrung hat wird sich vor allem fragen wie läuft das Stechen ab, wie und womit wird gestochen? Wie stark sind die Schmerzen, die auf den Gepiercten zukommen? Gibt es Möglichkeiten diese zu betäuben? Auch die richtige Pflege des neu gestochenen Schmuckstückes bedarf der Information. Ebenfalls möchten wir darauf eingehen, was Sie tun können, sollte sich Ihr neues Piercing tatsächlich entzünden. Dem Thema Selberstechen widmen wir auch einen Absatz. Interessant für Neulinge ist auch welche Stellen für ein Piercing infrage kommen und ab welchem Alter das Piercen möglich ist. Die Materialien sind ebenfalls wichtig, hier gehen wir auf die Verträglichkeit ein, die übliche Materialstärke und informieren Sie über die verschiedenen Möglichkeiten an Materialien. Schließlich gibt es auch einen Absatz zu den Sonderfällen: was ist zu beachten bei OPs, Röntgen, einer Schwangerschaft oder im Sport.

Das Piercing Stechen

Im folgenden Abschnitt beschreiben wir Ihnen den gesamten Ablauf des Piercingstechens. Zu den Schmerzen können wir nur bedingt Auskunft geben, da diese von jedem anders empfunden werden. Neben unseren Tipps um das Stechen so angenehm wie möglich zu gestalten gibt es noch andere Möglichkeiten. Wir beschreiben Ihnen drei Varianten, wie man betäuben kann und gehen auf Vor- und Nachteile ein. Ganz wichtig ist es, dass sich Ihr Piercer an die geltenden Gesetze hält und dass er Sie über mögliche Risiken aufklärt, sowie sämtliche Informationen zur richtigen Pflege bereitstellt. Wir raten Ihnen seine Tipps auch wirklich zu befolgen. Gerade mit einem frischen Piercing muss man einiges beachten, doch all diese Dinge sind nötig um Komplikationen zu vermeiden. Auch wir werden hier darauf eingehen, was in der Heilungsphase auf Sie zukommt. Schließlich gehen wir auf die verschiedenen Piercingarten ein, so dass Sie einen Überblick erhalten, bevor Sie auswählen was zu Ihnen passt.

Wie wird ein Piercing gestochen?

Viele Menschen die gern ein erstes Piercing möchten kommen mit einem mulmigen Gefühl zum Piercer. Diese Angst hat meist auch damit zu tun, dass man eventuell nicht genau weiß wie der ganze Vorgang des Stechens ablaufen wird. Natürlich variiert das Stechen des Piercings immer leicht, je nach gewünschter Position und Art. Im Groben sei hier aber jetzt der Ablauf eines durchschnittlichen  Piercingsstechens beschrieben. Als Erstes wird Sie Ihr Piercer über alle Einzelheiten des Stechens informieren, er klärt Sie über eventuelle Risiken auf, weißt Sie auf eine spezielle Pflege und Pflegemittel hin und erläutert Ihnen wie Sie einer Entzündungsreaktion vorbeugen können.

Ihre gewünschte Piercingstelle wird anschließend gesäubert und die Haut mit Desinfektionsmittel abgetupft. Anschließend wird ein Stift gezückt und Ihre Körperstelle, welche später vom Piercing geschmückt werden soll, markiert.

Mit einer Zange wird nun die Hautstelle ein wenig hervorgezogen und fixiert. Diese Piercingzange hat am Kopf zwei ringförmige Klemmen welche über dem markierten Eintritt und Austrittpunkt des Piercings platziert werden. So kann die Piercingnadel auf der markierten Stelle angesetzt und hindurchgeführt werden. Wieso das notwendig ist? Nun ja, stellen Sie sich vor Sie müssten z.B. Ihre Zunge herausstrecken und ganz still halten während hindurchgestochen wird.

Jetzt wird’s ernst: Mit einer Hohlnadel wird das Piercingloch gestochen. Je nach Stelle dauert das vermutlich eine Sekunde. Danach zwickt der Piercer in den meisten Fällen die Nadel mit einer Zange ab. Die Hohlnadel bzw Verweilkanüle wird herausgezogen, zurück bleibt nur ein kleines Plastikröhrchen. Mit dessen Hilfe kann nun der Erstschmuck durch das frische Piercingloch gesteckt werden. Dann wird die Kugel auf das Piercing geschraubt und schon haben Sie es überstanden. Ihnen werden nochmal Pflegehinweise mitgeteilt und Informationen zur Heilungsdauer etc. gegeben und dann dürfen Sie Ihr Piercing stundenlang im Spiegel bewundern, wenn Sie wollen. War doch gar nicht so schlimm, oder?

Wo kann man sich überall piercen lassen?

Den folgenden Abschnitt widmen wir den für ein Piercing möglichen Körperstellen. Doch welche Körperstellen eignen sich dafür? Und welche Piercingarten gibt es?

Augenbrauen

Das Augenbrauen Piercing wird sehr oft gestochen und ist eines der beliebtesten Piercingarten. Der Stechvorgang ist ähnlich wie der allgemeine Stechvorgang welcher auf unserer Seite beschrieben ist. Bei 97% aller Augenbrauen Piercings wird das letzte Drittel der Augenbraue durchstochen, da in den zwei anderen Dritteln – zur Nase hin – wichtige und empfindliche Nerven verlaufen welche verletzt werden könnten.  Mit zwei – vier Wochen Abheilzeit gehört es zu den relativ schnell heilenden Piercings. Welche Piercingarten sind an der Augenbraue möglich? Eigentlich gibt es im Bereich der Augenbraue nur dieses eine klassische Piercing. Es können jedoch verschiedene Piercingmodelle getragen werden. Am häufigsten wird das Curved Barbell oder die Banane verwendet, oder aber ein Ball Closure Ring Piercing.

Bauchnabelpiercing

Das Bauchnabelpiercing ist eines der weit verbreitetsten Piercings überhaupt. Es ist wirklich kaum schmerzhaft, birgt wenig Risiken und hat ein großes Sexappeal Image. Beim Stechen gibt es kaum merkliche Änderungen zu der allgemeinen Beschreibung auf unserer Seite. Im Normalfall heilt ein Bauchnabelpiercing innerhalb von 2 – 4 Monaten ab. Jedoch kann es auch bis zu einem Jahr dauern. Ganz klassisch wird beim Bauchnabelpiercing die obere Wand des Bauchnabels durchstochen. Manche haben auch den unteren Bereich durchstochen oder den linken oder rechten Rand des Bauchnabels, dies ist aber eher eine Ausnahme. Gerade was das Piercingschmuck Design angeht sind beim Bauchnabelpiercing  kaum Grenzen gesetzt. Egal welcher Typ Sie sind, sicher finden Sie ein Bauchnabel Piercingdesign welches zu Ihnen passt. Das sogenannte Curved Barbell oder auch Banane genannte Piercing ist am beliebtesten. Dieses Piercing gibt es in allen erdenklichen Farben, Formen und Materialen und mit verschiedensten Verzierungen.

Brust / Brustwarzen

Das Brustwarzenpiercing bei Frauen ist in der Geschichte des Piercings in vielen Naturstämmen nicht wegzudenken. In letzter Zeit kommt es vor allem bei Männern auch immer mehr in Mode. Im Grunde hat auch dieses Piercing beim Stechen einen ähnlichen Ablauf wie der auf unserer Seite beschriebene. Jedoch kühlen einige Piercer die Brustwarze zuvor ab und stechen dann erst. Auch fällt das Stechen bei der Frau meist leichter, da hier die Brustwarze etwas absteht. Für einen erfahrenen Piercer ist jedoch beides kein Problem. Für Frauen noch wichtig: Im Normalfall macht ein Brustwarzenpiercing keinerlei Probleme beim Stillen. Während des Stillvorgangs sollte das Piercing aber auf jeden Fall entfernt werden. Zusätzlich sollten Sie hier besonders auf das Material des Piercings achten und nur besonders hochwertiges verwenden und auf keinen Fall Materialen die sich auflösen könnten und so in den Körper des Kindes gelangen könnten. Andere Möglichkeiten die Brust oder Brustwarze zu durchstechen gibt es eigentlich nicht. Jedoch kann man auch hier zwischen verschiedenen Piercingarten zum Einsetzen und deren Design wählen. Besonders beliebt sind Straight Barbell, Curved Barbell oder Circular Barbell. Zu Beachten gilt hier : Am Anfang nach dem Stechen keine zu großen Piercings verwenden und beim Sport ein einfaches Piercingpflaster verwenden, damit keine unnötige Reibung entsteht und sich dadurch eine Gefahr der Brustentzündung ergeben könnte.

Lippenpiercing

Das Lippenpiercing ist nach dem Augenbrauen Piercing das beliebteste Piercingschmuckstück im Gesicht. Ein Lippenpiercing wird von Fachleuten meist als „Labret“ bezeichnet. Auch beim Lippenpiercing ist der Vorgang nicht wirklich abweichend von dem auf unserer Seite beschriebenen generellen Vorgang des Piercingstechens. Beim Lippenpiercing gibt es tatsächlich viele Möglichkeiten was verwendbare Piercingarten betrifft. Eigentlich können Sie sich egal an welcher Stelle Ihrer Lippe ein Piercing stechen lassen. Auch mehrere sind möglich. Unsere Grafik veranschaulicht die gängigsten Lippenpiercings. Ob Sie dort nun einen Straight Barbell ,Curved Barbell oder einen Ring einsetzen können Sie entscheiden. Beachtet werden muss lediglich, dass Ihr Erstpiercing lang genug ist und die Lippe nicht quetscht wenn sie anschwillt.

Lippenbändchen

Das Lippenbändchenpiercing ist ein sehr außergewöhnliches Piercing, da man es überhaupt nicht sieht.  Das Piercing wird im Lippenbändchen der Oberlippe gestochen, wahlweise kann es aber auch im kleineren Lippenbändchen der Unterlippe gestochen werden. Außerdem kommt noch das Zungenbändchen in Frage. Die Schmerzen sind sehr gering da es sich nur um so dünne Haut handelt und auch die Abheilungszeit ist mit zwei bis drei Wochen sehr kurz. Aufpassen muss man hier, dass man Zahnfleisch und Zahnschmelz durch ein zu großes Piercing nicht sehr abreibt.

Nasenpiercing

Das Nasenpiercing ist sehr beliebt und in vielen Kulturen tief verankert. Der Stechvorgang ist innerhalb von ein paar Sekunden erledigt und schmerzt häufig danach auch nicht mehr. Die Abheilungszeit liegt zwischen Wochen und 3 Monaten. Da ein Nasenpiercing sehr schnell wieder zuwächst ist zu empfehlen das Piercing nicht zu entfernen. Will man das Piercing doch einmal verstecken, so kann man einen sogenannten Piercing Retainer verwenden. Dieser ist durchsichtig und aus Plastik, weshalb man ihn nur bei sehr genauem Hinsehen erkennen kann. Tatsächlich gibt es bei Nasenpiercings eine fast so große Vielfalt an Piercingarten wie bei Lippenpiercings. Die bekannten sind hier aufgezählt:

Nostril: Das bekannteste Piercing in der Nase ist das Nostril Piercing. Hier wird das Piercingloch durch die Wand des Nasenflügels gestochen.

Septum: Das Septum ist in vielen Naturkulturen beliebt. Das Loch für das Piercing wird hier durch die Nasenscheidewand, unterhalb des Nasenknorpels gestochen.

Bridge: Das Bridge Piercing wird an der Nasenwurzel oder am oberen Nasenrücken gestochen. Dadurch sieht es meist aus wie eine „Brücke“ über die Nase, woher es auch seinen Namen hat. Leider ist dieses Piercing relativ anfällig für Entzündungen. 

Nasallang: Dieses Piercing ist nur etwas für Hartgesottene. Es durchdringt die Nase und die Nasenscheidewand,  man sticht also im Endeffekt zwei Nostils und ein Septum. Die einzelnen Löcher können dann mit einem Piercing verbunden werden.  

Austin Bar:Dieses außergewöhnliche Piercing geht horizontal durch die vordere Spitze des Nasenknorpels. Das Piercing ist nicht sehr weit verbreitet. Also genau das Richtige wenn Sie auffallen wollen.

Ohr

Fast jeder hat einen Ohrring , im Piercingbereich auch genannt „Lobe“. Aber was für Möglichkeiten gibt es noch Schmuck am Ohr anzubringen ? Hier gibt es so viele Möglichkeiten, dass es fast schwer ist den Überblick zu behalten. Von Vorteil ist ganz klar die schnelle Abheilzeit von gerade einmal 2-4 Wochen. Beim Stechen gibt es hier noch die Möglichkeit eine Piercingpistole zu verwenden, bei der das Piercing in die Pistole eingelegt wird und dann einfach durch die Haut geschossen wird. Viele Piercer lehnen dies jedoch ab, da die Methode als belastend für das Gewebe gilt. Es gibt im Bereich des Ohres sehr viele unterschiedliche Piercingarten, welche jeweils eine spezielle Bezeichnung tragen. Hier eine kleine Übersicht:

Ist das Piercing Stechen schmerzhaft?

Diese Frage ist wohl die am häufigsten gestellte Frage, welche sich Piercing Liebhaber anhören müssen. Aber pauschal kann man diese Frage nicht beantworten- Sie müssen es also selbst herausfinden. Trotzdem haben wir uns einmal ein paar Gedanken über das Thema gemacht. Beim Piercen wird mit einer Nadel Haut oder Gewebe durchstochen, dh. natürlich gibt es Schmerzen und natürlich blutet es auch ein bisschen. Jedoch sind die meisten Schmerzen bei Piercings ziemlich gering. Ein Bauchnabelpiercing oder ein Tragus am Ohr zum Beispiel sind Piercings, welche man wirklich häufig sieht. Die Schmerzen können also gar nicht so schlimm sein, sonst hätten es ja nur die wenigsten Menschen. 

Wenn Sie die Frage nach dem Schmerz beim Piercingstechen so sehr beschäftigt, sollten Sie vor allem eines verstehen: Jeder Mensch empfindet Schmerz anders. Schmerz ist subjektiv. Noch dazu spielt ihre Tagesform eine wichtige Rolle. Haben Sie sowieso schon Kopfschmerzen, sind müde, gestresst oder gereizt , empfinden Sie vielleicht vieles unangenehmer als an einem Tag an dem Sie völlig entspannt, gelassen und gut gelaunt zum Piercen gehen. Angst ist ebenfalls ein Faktor den es nicht zu unterschätzen gilt. Hat man wirklich Angst vor etwas, ist man automatisch völlig verkrampft und angespannt. Daher gilt: Gehen Sie zu einem Piercer bei dem Sie sich wohl fühlen und dem Sie vertrauen. Lassen Sie sich so lange beraten bis alle Fragen geklärt sind. Und trauen Sie sich auch alle noch so kleinlichen Fragen zu stellen. Ein seriöser Piercingstudio Besitzer wird sich Zeit nehmen und Ihnen alles beantworten. In diesem Fall ist dann auch meist die größte Angst verflogen.

Wird die Stelle beim Piercen betäubt?

Trotz all den beantworteten Fragen und dem Vertrauen das Sie Ihrem Piercingstudio schenken haben Sie noch immer Angst ? Vielleicht vor dem Schmerz, vielleicht einfach vor der Nadel ? Dann gibt es immer noch die Möglichkeit einer Betäubung. Dieser Weg ist keinesfalls feige. Jeder sollte für sich selbst entscheiden womit man sich am wohlsten fühlt. Daher möchten wir Ihnen hier nun einige Methoden einer Betäubung vorstellen. Fangen wir einmal mit der Oberflächenanästhesie an – ein Spray oder eine Salbe wird direkt auf der Hautoberfläche aufgetragen.

  1. Betäubungssalbe: Die Salbe kann ganz simpel in jeder Apotheke gekauft werden und von jedem angewendet werden. Sie entfaltet nach rund 100 Minuten eine betäubende Wirkung. Sie müssen also nur daran denken die Salbe rechtzeitig vor dem Termin aufzutragen. Sie sollten aber auch das natürlich vorher mit Ihrem Piercer besprechen.
  2. Eisspray : Wirklich sehr betäubend wirkt das Eisspray nicht unbedingt. Es „vereist“ die Haut und wirkt kühlend- ist aber eigentlich doch sinnvoller bei Blutergüssen und in der Sportmedizin. Zumal es auch nicht auf den Schleimhäuten oder im Intimbereich angewendet werden darf. Nun zu der wirklichen Betäubung – der  Regionalanästhesie, also die Betäubung mit Spritze.
  3. Spritze:  Mit einer Spritze wird subdermal (im Gewebe) ein Anästhetikum injiziert. Nach etwa 10 Minuten ist die betroffene Körperstelle dann betäubt.  Eine solche Spritze darf aber nur von einem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft ausgeführt werden – es gibt also nur wenige Piercer die diese Voraussetzung erfüllen können. Allerdings wird hierbei der Schmerz des Piercing Stechens im Endeffekt nur gegen den Schmerz der Betäubungsspritze getauscht. Da beide in den meisten Fällen ähnlich sind, sollten Sie sich überlegen ob diese Methode wirklich sinnvoll ist.

Piercing selbst stechen

Sie hätten gerne ein Piercing, aber es ist Ihnen zu teuer in ein Piercing Studio zu gehen? Oder Sie sind unter 18 Jahren und haben keine Einwilligung der Eltern bekommen? Und nun hoffen Sie auf eine schmerzarme und risikofreie Do It Yourself Anleitung? Da müssen wir Sie leider enttäuschen, diese gibt es nicht. Ein Piercing selbst zu Stechen kann ganz schön schief gehen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ohne die Arbeitsmaterialien im Piercing Studio können Sie leicht abrutschen und das Piercing wird schräg. Auch Schmerz oder eine starke Blutung können Sie so erschrecken, dass Sie verrutschen oder abbrechen. Die Folgen sind Entzündungen, Narben oder Blutergüsse und Infektionen. Bei Minderjährigen wird es dann erst Recht zu Problemen mit den Eltern kommen, die davor keine Einwilligung zum Piercen geben wollten. Diese Folgen dann zu behandeln wird schmerzhaft und erst wirklich teuer. Zudem wird es auch nicht gerade billig, sich selbst Desinfektionsmittel, Pflaster und Tupfer, eine Klemme, eine Verweilkanüle und den Erstschmuck sowie alle Pflegemittel zu besorgen. Hier spart man wirklich an der falschen Stelle. Zudem kann man viel dauerhaft beschädigen, bei einem Intimpiercing kann es bis zu einem totalen Empfindungsverlust führen. Aber auch ein Ohrenpiercing kann dauerhaft das Knorpelgewebe beschädigen. Beim Lippenpiercing können sogar Muskellähmungen die Folge sein, sollte man die falsche Stelle erwischen. Daher können wir Ihnen nur davor abraten selbst mit dem Piercen zu experimentieren.

Welches Piercing passt zu mir?

Die Frage nach dem richtigen Piercing ist eine Typ-Frage. Das Piercing soll schließlich Ihre Persönlichkeit und Ihren Stil unterstreichen. Daher hängt es von Ihrem Alltags-Styling ab. Kleiden Sie sich eher elegant und seriös? Dann passt dazu ein kleiner Stecker an der Nasenwand oder ein dezentes Ohrenpiercing. Gefällt Ihnen der aktuelle Hipster Style und Sie arbeiten nicht gerade in einer Bank? Dann dürfen es auch Tunnels oder ein Septum Nasenring sein. Sie mögen das Piercing mehr im Privaten und in der Freizeit, aber auf der Arbeit soll es nicht auffallen? Wie wäre es dann mit einem Bauchnabelpiercing? Auch ein Brustwarzenpiercing lässt sich gut verstecken. Oder stylen Sie sich gerne punkig, rockig und wild? Dann kommen Zungen- und Lippenpiercings in Frage oder noch auffälliger: die Dermal Anchors. In unserer Piercing Übersicht finden Sie einen Überblick, was alles möglich ist und teils auch Hinweise darauf, wie schmerzhaft die Stelle ist. Wer eher schmerzempfindlich ist, sollte eine der Stellen wählen, die weniger Schmerzen verursachen. Bedenken sollten Sie, dass Piercings im Mundbereich Risiken für Zähne und Zahnfleisch bergen, wer hier ohnehin bereits Probleme hat, sollte auf Piercings im Mund verzichten. Zudem die eigenen Problemzonen beachten: Ist beispielsweise Ihr Bauch nicht trainiert und Sie zeigen ihn ungern oder Sie tragen nicht gerne bauchfrei, dann macht ein Bauchnabelpiercing wenig Sinn, da es nicht zur Geltung kommt. Zudem würde ein Piercing die Blicke erst Recht auf die Problemzone lenken. Auch die Abheilzeit haben wir in der Übersicht erwähnt, sie ist ebenfalls Auswahlkriterium. Wenn Sie also viel in Bewegung sind, dann sollten Sie ein schnell heilendes Piercing bevorzugen. Zudem sollten Sie vor einem Piercing immer sichergehen, dass dieses in der Schule oder am Arbeitsplatz erlaubt ist. Denn Piercings kann man nicht einfach tagelang herausnehmen, dann wachsen diese zu.

Voraussetzungen für ein Piercing (Alter etc.)

Darf sich jeder piercen lassen ?

Grundsätzlich gilt hier erst einmal „Ja“. Ein paar Einschränkungen gibt es dann aber doch:

  1. Streng rechtlich betrachtet ist das Stechen eines Piercings eine  Körperverletzung und somit strafbar. Daher müssen Sie bei den meisten seriösen Piercern eine extra Einverständniserklärung ausfüllen  bevor es mit dem Piercen losgehen kann. Sie unterschreiben also ein Dokument, dass Sie die „Körperverletzung“ zulassen und sich der eventuellen Folgen der Durchführung bewusst sind. So kann sich der Piercer vor rechtlichen Konsequenzen schützen, denn Ihr Piercer ist kein Arzt, weshalb er eine Absicherung benötigt um sich vor Anzeigen zu schützen.
  2. Außerdem muss der Piercer vor jedem Stechen ein Beratungsgespräch durchführen, bei dem auf Komplikationen und Gefahren hingewiesen wird. Falls solch ein Aufklärungsgespräch nicht stattfindet, könnte man gerichtliches Schmerzensgeld verlangen. Auf ein solches Beratungsgespräch sollte man auch der eigenen Sicherheit zuliebe nicht verzichten. Klärt ein Piercer nicht über Risiken oder die richtige Pflege auf, sollten Sie seine Professionalität in Frage stellen und sich ein anderes Studio suchen.
  3. Das Alter spielt natürlich auch eine Rolle. In Deutschland darf jeder gepierct werden, der das 18. Lebensjahr vollendet hat. Minderjährige müssen eine schriftliche Einwilligung eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten vorzeigen können. Generell lehnen jedoch die meisten seriösen Piercingstudios das Piercen von Personen unter 14 Jahren komplett ab.

Piercing Material

Bei der Wahl des richtigen Piercings spielen auch die Materialstärke und das Material und dessen Verträglichkeit eine große Rolle. Wussten Sie z.B., dass sich nicht alle Materialien für den Erstschmuck eignen? Hier kann leider nicht nur nach persönlichen Style Vorlieben ausgewählt werden, denn jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Gerade solange das Piercing noch offen und nicht abgeheilt ist, ist es sehr wichtig nur gut hautverträgliche und nickelfreie Materialien zu verwenden, die den Heilungsprozess fördern. Auch die Pflege und Reinigung unterscheidet sich von Material zu Material. Wer kein Fremdkörpergefühl empfinden möchte, sollte auf weiche, flexible und leichte Materialien zurückgreifen. Damit ein Piercing nicht mit der Haut verwächst ist eine glatte Oberfläche Pflicht, damit es nicht herauswächst benötigt es einer gewissen Mindeststärke. Die Piercingstärke orientiert ich ebenso an der Körperstelle und der Art des Piercings. Über gängige Stärken und geeignete Materialien informieren wir Sie im folgenden Abschnitt. Wenn Sie einige Grundsätze beachten, werden Sie lange Freude an Ihrem Piercing haben.

Piercing Materialstärke

Beim ersten Piercing stellt sich natürlich auch die Frage welche Dicke die Verweilkanüle haben soll, denn dies bestimmt darüber welche Stärke, also welchen Durchmesser der Erstschmuck hat und logischerweise auch alle Schmuckstücke, die man später in diesem Piercingloch tragen möchte. Natürlich möchte keiner mit einer extrem dicken Nadel gepierct werden, doch sollte man auch auf die gängigen Materialstärken achten. Immerhin möchten Sie später möglichst viel Auswahl haben, wenn Sie sich auf die Suche nach neuen Piercings begeben. Etabliert hat sich in den letzten Jahren bei nahezu allen Piercingformen die Materialstärke von 1,6 mm, sie gilt sozusagen als Standard. Im Intimbereich werden sogar 2,0 mm oder bis zu 2,5 mm als normal wahrgenommen. Bei Augenbrauen, Nasenflügeln und Ohrlöchern kommen zudem auch kleinere Stärken von 1,0 mm bzw. 1,2 mm zum Einsatz. Stellen, die oft bewegt werden benötigen dickere Stärken als ruhig gehaltene Stellen. Bei einem zu dünnen Piercing an einer stark bewegten Stelle droht nämlich die Gefahr, dass das Piercing herauswächst. Das bedeutet der Schmuck drückt sich nach und nach durch das Gewebe und am Ende besitzt man kein Piercing mehr. Davon bekommt man kaum etwas mit, dies passiert schmerzlos mit der Zeit. Daher sind Surface, Brustwarzen und Intimpiercings mindestens 1,6 mm stark. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, spricht einen erfahrenen Piercer direkt darauf an. Er kann Ihnen sicher die für Ihre Körperstelle geeignetste Dicke empfehlen. Zudem kennt er die gängigen Piercinggrößen auf dem Markt.

Materialverträglichkeit

Die Wahl des richtigen Materials ist für ein Piercing nicht unbedeutend. Ganz besonders wichtig ist das Material des Erstschmuckes, da hier die Wunde noch nicht abgeheilt ist und Sie mit einer offenen Stelle viel empfindlicher sind. Empfehlenswert ist es hier auf nickelhaltige Materialien zu verzichten. Wenn Sie keine Allergie haben, können Sie diese gerne tragen, sobald das Piercing abgeheilt ist, aber an die Wunde sollte möglichst kein Nickel, der sogar von Silber und Edelstahl abgegeben wird. Dieses könnte sonst Entzündungen auslösen oder sogar über die Wunde in den Körper gelangen. Sicherer sind hier das allergiefreie Titan, das nicht mit Körperflüssigkeiten reagiert oder gut verträgliche, flexible und glatte PTFE-Teflon oder Bioflex Erstpiercings. Denn auf glatte Oberflächen der Piercings sollte geachtet werden, raue Oberflächen ermöglichen es der Haut an das Piercing anzuwachsen. Für das Erstpiercing eignen sich ebenfalls Implantanium und 999er Niobium, diese sind sehr gut verträglich, da Sie auch in der Medizin eingesetzt werden, aber leider auch sehr teuer und bieten weniger Auswahl. Diese Materialien haben einen Nickelgehalt unter 0,05 % wie es ein EU Gesetz über die Bestimmung zum Gebrauch von Nickel aus dem Jahr 2000 vorschreibt. Ist das Piercing bereits abgeheilt, können auch Silber, Gold, Edelstahl, Acryl und organische Materialien verwendet werden. Organic Piercings aus Holz, Horn, Bone oder Bernstein lassen die Haut beim Tragen atmen, dies reduziert die Talgbildung. Zudem halten diese Materialien stets eine angenehme Temperatur. In unserer Materialübersicht können Sie sich genauer über die Vor- und Nachteile einzelner Materialien informieren.

Woraus bestehen Piercings?

Nicht jedes Material ist unbedingt dafür geeignet als Piercingschmuck genutzt zu werden. Auch wenn man des Öfteren Menschen mit Sicherheitsnadeln in Ohren oder Nase sieht, sollte man dies nicht gleich nachmachen.

Wir haben hier einmal die gängigsten Piercingmaterialien aufgelistet und informieren Sie über deren Vorteile, aber auch mögliche Risiken.

Acryl Piercings:

Acryl ist ein transparenter Kunststoff, welcher in alle erdenklichen Farben eingefärbt werden kann. Wie viele Kunststoffe zeichnet er sich durch seine glatte Oberfläche aus. Generell gelten Acrylpiercings als körperfreundlich und gut hautverträglich. Ein Nachteil von Acryl sind allerdings winzig kleine Poren im Kunststoff. In diesen können sich natürlich Verunreinigungen durch Schweiß, Speichel, Talg und anders sammeln, welche zu Geruchsbildung oder auch Hautreizungen führen können. Um dem entgegenzuwirken sollten Acrylpiercings regelmäßig gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden. Als Erstschmuck eignet sich Acryl daher nicht und auch von dem Verwenden an entzündeten Stichkanälen ist ebenfalls abzuraten. Beliebt ist Acryl vor allem bei Plugs und Dehnstäben, diese können sogar so verarbeitet werden, dass sie unter UV-Licht leuchten. Eine Gefahr beim Acrylschmuck ist dessen hohe Zerbrechlichkeit, weswegen man darauf achten sollte, dass er nicht herunterfällt. Ist dies passiert, sollte man auf kleine Risse achten, denn Splitter können die Haut verletzen und eine rissige Oberfläche kann zum Anwachsen der Haut führen.

Bioflex Piercings:

Bioflex ist ein Kunststoff welche vor allem in der Medizintechnik zum Einsatz kommt. Für Piercingschmuck eignet es sich deshalb so gut, weil es sich problemlos sterilisieren und reinigen lässt. Wie der Name schon vermuten lässt hat der Kunststoff eine sehr hohe Biokompatibilität, er wird also vom Gewebe toleriert. Daher treten nur in seltensten Fällen Allergien auf. Tatsächlich wird Bioflex daher auch als Erstschmuck verwendet. Ein anderer Vorteil ist außerdem, dass sich das Material ganz einfach abschneiden lässt sobald die Piercingwunde verheilt ist und der große Spielraum, z.B. an der Lippe nicht mehr benötigt wird.  Auch ist Bioflex sehr angenehm zu tragen, da es flexibel und elastisch ist. So passt es sich biegsam den Körperbewegungen an, was als angenehmer empfunden wird als starre Materialien, die sich wie Fremdkörper anfühlen. Die leichte Reinigung und glatte Oberfläche machen Bioflex sozusagen immun gegen die Ablagerung von Talg, Körperflüssigkeiten und anderes, so dass auch unangenehme Gerüche gut verhindert werden können. Das transparente Bioflex kann in vielen Farben und Mustern eingefärbt werden und bietet so eine große Designvielfalt. Seine Biegsamkeit macht es auch ideal für Piercings im Intimbereich.

Chirurgenstahl-Piercings

Ein Piercingaus 316L Chirurgenstahl besteht aus einer rostfreien Eisenlegierung und weist einen geringen Nickel-Anteil auf, wodurch das Risiko einer allergischen Reaktion (Nickelkontakt-Dermatitis) minimal gehalten wird. Auch ist das Nickel fest gebunden, nur bei einer offenen Wunde können Nickelsalze in den Körper aufgenommen werden. Chirurgenstahl Piercings sollten daher ausschließlich erst nach dem Abheilen des Stichkanals verwendet werden. Bei einer Entzündung sollte der Schmuck jedoch zügig gegen ein anderes Material ausgetauscht werden. Chirurgenstahl-Piercingssind deutlich kälter und schwerer als andere Materialien, aber dafür sehr langlebig und unempfindlich. Sie können problemlos gereinigt und dampfsterilisiert werden. Edelstahl Piercings können mit vielen Materialien kombiniert werden, so dass beispielsweise nur Stift und die kleine Kugel aus Chirurgenstahl sind, der größere Aufsatz kann dagegen auch aus Perlmutt, Paua Abalone Muschel, Holz, Koralle oder Edelsteinen gefertigt sein. Solche Varianten finden Sie auch bei uns im Shop, denn Edelstahl Piercings bieten die Möglichkeit einer großen Design Vielfältigkeit. Ein weiterer Vorteil des Chirurgenstahles ist sein Glanz, den man durch Polieren erhalten kann. Wem Titan zu matt ist, der greift auf Chirurgenstahl zurück. Allerdings kann das Gewebe durch das Gewicht des Materials stärker gedehnt werden und die Kälte des Stahls ist im Winter nicht sehr angenehm.

Holz-Piercings

Holz-Piercings bestehen meist aus Hartholz und bestehen somit aus dem ältesten Material zur Schmuckherstellung der Welt. Sie sind vor allem wegen ihres geringen Gewichtes und des angenehmen Tragegefühls beliebt, da sie eine angenehme Temperatur halten. Das Material lässt sich leicht verarbeiten und wird sehr glatt geschliffen (dafür eignet sich besonders das Hartholz), damit kein Gewebe anwächst. Auch ist Holz in Farbe und Maserung sehr vielfältig und je nach Holzart günstig zu erwerben. Holz-Piercings lassen die Haut rund um den Stichkanal atmen, was Talgablagerungen und Geruchsbildung weitestgehend unterbindet. Somit ist Holz ein sehr hygienisches Material. Allerdings gibt es auch Hölzer mit sehr vielen Poren, in diesen können sich Hautablagerungen und Schweiß sammeln. Auch lösen manche Holzarten Allergien aus, hier muss man also darauf achten, was man verträgt. Wichtig ist, dass das Holz-Piercing mindestens eine Woche eingetragen wird, da es sich so am besten an die Stichstelle anpasst. Größen- und Farbabweichungen sind möglich, da es sich um Naturprodukte handelt.

Horn-Piercings

Horn-Piercings gelten als sehr beliebt, da sie einen hohen Tragekomfort bieten und die Hygienestandards sehr hoch sind. Sie verringern das Risiko unangenehmer Geruchsbildung, da die Haut dank des organischen Materials atmen kann. Horn-Piercings sind sehr leicht zu verarbeiten und zu formen, sollten jedoch nicht zu grob geschliffen werden. Außerdem sind Größen- und Farbabweichungen möglich, da es sich bei Horn-Piercings um Naturprodukte handelt. Horn behält beim Tragen gleichbleibend eine angenehme Temperatur, im Gegensatz zu kalten Metallpiercings. Horn ist zerbrechlich und sollte daher nicht fallen gelassen werden. Es kann sehr glatt verarbeitet werden und das ist auch wichtig, denn Risse und Unebenheiten lassen das Gewebe am Piercing anwachsen. Ein Hornpiercing wird als besonders und ausgefallen wahrgenommen und ist doch eines der ursprünglichsten Piercings, die wir bei den Naturvölkern abgeschaut haben. Wichtig ist, dass es nicht austrocknet und auch gut gereinigt wird, damit weder Risse noch Bakterienbefall entstehen. Als Erstschmuck eignet sich Horn dagegen nicht, bei offenen Stellen sollte man auf tierische Materialien verzichten. Ein seriöser Anbieter wird Horn nur von Tieren verwenden, die aus anderen Gründen getötet wurden und unter guten Bedingungen artgerecht gehalten werden. So beziehen wir unser Horn von Farmern aus Asien, die das restliche Tier verwerten, aber mit dem Horn nichts anfangen können und es daher verkaufen.

Knochen-Piercings

Knochen-Piercings sind sehr beliebt, da sie durch eine gleichbleibende Temperatur einen hohen Tragekomfort bieten und die Hygienerisiken geringer sind, denn sie erlauben es der Haut auch mit Piercing zu atmen, wodurch sich weniger Talgbildung ergibt. Zudem können sie sehr glatt geschliffen werden, auch dies verringert die Ansammlung von Hautablagerungen und Körperflüssigkeiten. So entstehen dann auch kaum unangenehme Gerüche. Gereinigt sollten Bone Piercings dennoch regelmäßig werden, damit sich kein Bakterienfilm bildet. Größen- und Farbabweichungen sind bei Knochen-Piercings möglich, da es sich bei Knochen-Piercings um Naturprodukte handelt. Dafür sind sie sehr leicht zu verarbeiten, dürfen jedoch nicht zu grob geschliffen werden, denn unebene Stellen bergen das Risiko, dass Hautgewebe am Piercing anwächst. Natürlich ist Knochen ein empfindliches Material, das leicht brechen kann, hierauf sollte man also achten. Bei kleinen Rissen sollte man das Bone Piercing auswechseln. Unser Shop bezieht die Knochen für den Bone Schmuck von Farmern, die die Tiere artgerecht halten und aus anderen Gründen töten, z.B. um das Fleisch und Fell zu verarbeiten. Das Bone fällt als Nebenprodukt an und kann so für die Schmuckherstellung gekauft werden. Seriöse Anbieter töten keine Tiere nur für die Schmuckanfertigung.

Silikon-Piercings

Silikon-Piercings werden aus biokompatiblem Silikon hergestellt und bieten viele Vorzüge. So sind sie leicht und biegsam, und werden damit nicht als Fremdkörper wahrgenommen. Trotz der Flexibilität, mit der sie sich an Körper und Bewegungen anpassen, garantieren sie auch einen sicheren Halt. Silikon-Piercings sind hautverträglich, da Silikon nicht biologisch abbaubar ist und somit nicht von Körperflüssigkeiten angegriffen wird. Die Reinigung der weichen Piercings ist einfach, sie sind jedoch nicht sterilisierbar, daher ist beim Dauereinsatz Vorsicht geboten, dieser ist nicht empfehlenswert. Das Material ist glatt und weich und in unzähligen Farben und Mustern erhältlich. Ein weiterer Vorteil ist der günstige Preis, so dass man sich viele der schönen Stücke gönnen kann. Einen Vorzug teilt Silikon mit den organischen Materialien: es nimmt nicht die Außentemperatur an, sondern bleibt angenehm auf Körpertemperatur. Für Erfahrene ist Silikonpiercingschmuck auch eine gute Möglichkeit seine Piercings größer zu dehnen. Zudem lassen sich Silikon Piercings so bearbeiten, dass sie im Dunkeln leuchten.

PTFE-Piercings

Ein PTFE-Piercing bietet eine extrem gleitfähige, glatte Oberfläche, sodass Körperflüssigkeiten wie Wundsekret und Schweiß kaum haften bleiben und so auch keine Gerüche entstehen. PTFE ist nämlich Teflon, bekannt ist es als hitzebeständige Beschichtung von Pfannen, kommt aber auch in der Medizin zum Einsatz. PTFE-Piercings eignen sich besonders als Ersteinsatz und lassen sich beliebig kürzen. Zusätzlich ist die Abheilzeit wesentlich kürzer als bei Piercings aus Titan. Das PTFE-Piercing verursacht durch seine Nickelfreiheit keine Allergien und kann sowohl mit Dampf (Autoklav) als auch mit Heißluft sterilisiert werden. Es ist sehr leicht und zudem elastisch, was einen hohen Tragekomfort bietet, da kein Fremdkörpergefühl erzeugt wird und das Gewebe nicht gespannt wird. Da es nicht magnetisch ist und auf Röntgenbildern unsichtbar, eignet es sich sogar als Platzhalter während Operationen und muss fürs Röntgen nicht abgenommen werden. Die sehr glatte Oberfläche macht es zu einem sehr hygienischen Piercing, da sich keine Ablagerungen in Poren ansammeln können. Für Piercings ist Teflon eine sehr gute Wahl.

Silber-Piercings

Silber-Piercings mit der 925er Kennzeichnung bestehen aus 92,5% nickelfreiem Sterling Silber. Sterling Silber ist sowohl für Nickelallergiker als auch für frisch Gepiercte (Erstschmuck) ungeeignet, da selbst 925er Silber etwas Nickel abgibt. Da das Material durch Schweiß, Blut oder Wundflüssigkeit oxidieren kann, ist es besonders bei noch nicht abgeheilten Piercings problematisch. Besser wäre es allgemein das Silber nur im sichtbaren Teil des Piercings zu tragen, aber nicht beim Stab, der im Stichkanal liegt. Leider bleibt Silber nicht dauerhaft glänzend, sondern läuft an, das heißt es verfärbt sich und wird matt, auch kann es sich und die umliegende Haut schwarz verfärben. Ein Sterling Silber-Piercing darf jedoch  auf keinen Fall mit aggressiven Reinigungsmitteln in Kontakt kommen. Die Reinigung mit lauwarmem Wasser und mildem Reiniger ist ausreichend, anschließend kann das Silber-Piercing mit einem Poliertuch auf Hochglanz gebracht werden. Oder Sie verwenden rhodinierte 925er Sterlingsilberpiercings, denn diese sind so beschichtet, dass das Anlaufen unterbleibt. Rhodium als Beschichtung ist zwar gut verträglich, jedoch auch nur für bereits abgeheilte Piercings empfehlenswert.

Titan-Piercings

Ein Titan-Piercing sollte grundsätzlich genauer spezifiziert werden, da der Grad des Materials sehr unterschiedlich ausfallen kann. Als Körperschmuck sollte grundsätzlich nur Titan mit dem Grad 23 verwendet werden, dieser hat eine ausgeprägte Oxydschicht, die die Korrosionsresistenz erhöht. Titan-Piercings bestehen aus einer Titanlegierung mit Anteilen von 6% Aluminium und 4% Vanadium, daher auch die häufig vorkommende Bezeichnung Ti 6AL-4V ELI. Titan-Piercings sind aufgrund dieser Zusammensetzung sehr hart und robust gegen Kratzer. Auch sorgt die Oxydschicht dafür, dass sich kleine Löcher oder Risse bei Luft- oder Wasserkontakt sofort schließen. Das glänzend polierte Material ist besonders glatt und kann den Heilungsprozess unterstützen, weshalb die Titan Piercings als Ersteinsatz besonders gut geeignet sind. Sie sind auch bei bestehender Nickelallergie (Nickelkontaktdermatitis) die beste Wahl, da Titan Grad 23 nickelfrei und chemisch stabil ist. Der Nachteil ist die geringe Farbbeständigkeit, denn Titan dunkelt nach. Nur die Farbe schwarz bleibt garantiert erhalten. Titan Grad 23 ist zudem leicht, was es bequem tragbar macht.

Was ist mit einem Piercing zu beachten?

Ein Piercing wirft bereits im Alltag viele Fragen auf und es gibt Einiges zu beachten. Doch wie sieht es in besonderen Situationen aus, wenn es um Ihre Gesundheit oder die Ihres Babys geht? Auf was müssen Sie während einer Schwangerschaft achten, um Entzündungen und Verletzungen vorzubeugen? Wie können Sie dennoch den Babybauch schmücken und die Piercinglöcher vor dem Zuwachsen bewahren? Und wie verhält es sich beim Sport, muss man mit einem frischen Piercing ganz darauf verzichten? Oder gibt es Sicherheitsvorkehrungen wie Abkleben, die Sie schützen? Welche Risiken drohen, wenn Sie sich nicht an die Sportpause halten?  Und was, wenn Röntgen oder sogar eine Operation anfallen? Müssen dafür sämtliche Piercings herausgenommen werden? Kann es wirklich zu Verbrennungen, Fehldiagnosen und Verletzungen kommen? Auf all diese Punkte werden wir im folgenden Abschnitt eingehen. Und keine Sorge, es gibt für alles eine Lösung. So kann man mit sogenannten Platzhaltern aus PTFE auch in Extremsituationen die Piercinglöcher erhalten.

Warum sollen Piercings für eine OP entfernt werden?

Vielen ist nicht ganz klar warum für eine OP sämtliche Piercings abgenommen werden müssen. Dies ist bedingt durch verschiedene Risiken, die diese für Sie während einer OP bergen. Das erste Risiko betrifft Metallpiercings jeder Art und egal an welcher Körperstelle diese sitzen. Bei einer OP müssen häufig Blutgefäße verödet werden und dies geschieht mittels Strom. Unser Körper ist durch seinen hohen Wasseranteil sehr gut leitend, so dass der Strom auch über weite Strecken schnell bis zu Ihren Piercings gelangt und dort für Verbrennungen sorgen würde. Das zweite Risiko ist das Infektionsrisiko durch den nicht sterilen Schmuck während einer OP. Käme es durch Schmuck zu einer Entzündung, müsste der Arzt dafür haften. Daher müssen Sie meist generell jeden Schmuck und jedes Piercing vor einer OP entfernen. Das dritte Risiko betrifft sämtliche Piercings an den Lippen und im Mund. Bei Vollnarkose ist es normal einen Beatmungsschlauch über den Mundraum in die Luftröhre zu bekommen. Bei einem kleineren Eingriff mit örtlicher Betäubung wird dies bei Komplikationen ebenfalls notwendig. Jedes Piercing im Mundraum würde gemeinsam mit dem Beatmungsschlauch ein hohes Verletzungsrisiko bergen, daher müssen alle diese Piercings vorsorglich entfernt werden. Bei einem kleineren Eingriff kann man sich auch mit dem Arzt beraten, eventuell müssen nicht sämtliche Piercings entfernt werden. Falls doch, so gibt es die Möglichkeit die Piercings durch Kunststoff Platzhalter aus PTFE vor dem Zuwachsen zu schützen, diese leiten keinen Strom. Auch dies sollten Sie mit dem Arzt abklären, besonders wenn die Risiken 2 und 3 noch gegeben sind.

Warum sollen Piercings beim Röntgen abgenommen werden?

Wenn wir vom Röntgen sprechen, sind damit auch Röntgenverfahren wie beispielsweise die Computertomographie, kurz CT genannt, gemeint. Hier besteht das Problem darin, dass die Schmuckstücke auf den Röntgenbildern sichtbar sind und damit stören. Piercings aus PFTE dagegen sind kaum sichtbar bis unsichtbar. Damit dürften sie kein Problem darstellen und können anbehalten werden. Auch Platzhalter aus PFTE sind möglich. Bitte klären Sie dennoch zuvor mit Ihrem Arzt ab, ob es möglich ist diese anzubehalten. Dies gilt selbstverständlich auch beim Zahnarzt, falls Sie Piercings in oder am Mund tragen. Der Arzt möchte sichergehen, dass Ihr Piercing nicht das Röntgenbild verfälscht und damit Probleme verschleiert oder verdeckt und Diagnosen verfälscht, erschwert oder gar nicht zulässt. Gelten diese Regeln auch für die Magnetresonanztomographie, kurz MRT genannt? Hier entsteht das Bild durch ein sehr starkes Magnetfeld, welches ebenfalls durch Metall oder magnetische Schmuckstücke gestört wird. Doch Materialien wie PFTE, Titan oder Implantanium sind nicht magnetisch. Diese können theoretisch anbehalten werden, wenn sie nicht diagnostisch stören, indem sie im Weg sind. Sind sie aber weit genug von der untersuchten Stelle entfernt (z.B. Knie und Nasenpiercing), so wird Ihr Arzt sicher das Anbehalten erlauben. Magnetischen Schmuck bitte auf jeden Fall abnehmen, denn dieser würde sich im Magnetfeld stark erhitzen und könnte sogar herausreißen, da im Magnetfeld starke Zugkräfte auf ihn einwirken würden. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie den Anweisungen des Arztes folgen.

Piercings beim Sport

Im Sportunterricht und auch allgemein beim Sport bergen Piercings ein gewisses Verletzungsrisiko, so kann man damit an der Kleidung oder den Sportgeräten hängenbleiben und so den Stichkanal einreißen oder noch schlimmer das Piercing herausreißen. Das wäre nicht nur schmerzhaft, sondern auch eine Infektionsgefahr. Da bei einem Unfall im Sportunterricht der Lehrer haftet, müssen an vielen Schulen sämtliche Schmuckstücke und Piercings für die Sportstunde abgelegt werden. Ein Abkleben mit Pflaster wird oft nicht akzeptiert. Ist das Piercing noch neu und muss abheilen oder befindet sich an einer Stelle, die schnell zuwächst, so sollten Sie vor dem Stechen mit dem Lehrer bzw Trainer darüber reden, ob eine Teilnahme mit Piercing möglich und erlaubt ist. Ist dies nicht der Fall riskieren Sie einen längeren Sportausfall und in der Schule eine schlechte Note. Wie sieht es aus, wenn Abkleben erlaubt ist? Nicht jedes Piercing lässt sich leicht abkleben und selbst wenn dies funktioniert verhindert das Abkleben nur das Hängenbleiben. Bei starker Bewegung kann jedoch bereits der Stichkanal so gedehnt und gestreckt werden, dass er einreißt, man spürt dies wenn das Piercing kneift. Ein frisch gestochenes Piercing darf nicht zu früh herausgenommen werden. Beim Abheilen ist das Piercing eine offene Wunde und anfällig für Bakterien oder Viren, die über dreckige Finger oder Schweiß hineingelangen, im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung. Auch Chlorwasser sollten Sie mit einem neuen Piercing mindestens 6 Wochen meiden. Wintersport muss ebenfalls einige Wochen ausfallen, da ein frisches Piercing anfällig für Einfrierungen ist. Als Schüler bleibt damit nur die Lösung das Piercing vor den großen Ferien stechen zu lassen und dann jeglichen Sport zu meiden.

Wann muss ein Piercing in der Schwangerschaft entfernt werden?

Eine Schwangerschaft geht mit hormonellen Veränderungen einher und dadurch erhöht sich leider auch das Entzündungsrisiko, selbst für bereits abgeheilte Piercings. Auch die Gefahr einer Metallallergie ist in der Schwangerschaft höher, selbst wenn Sie bisher diese Piercings gut vertragen haben. Daher ist das Stechen eines neuen Piercings tabu. Da der Bauch stark wächst und die Haut gedehnt wird besteht bei einem Bauchnabelpiercing die Gefahr des Einreißens. Auch stören Bauchnabelpiercings beim Ultraschall. Jedoch gibt es Alternativen, die kein Allergie- oder Entzündungsrisiko bergen und so flexibel sind, dass man sie während der Schwangerschaft problemlos tragen kann: spezielle Schwangerschaftspiercings aus PFTE wachsen sozusagen mit. Für die Ultraschalluntersuchungen nimmt man dieses einfach kurz heraus. Doch auch wenn Sie gar keinen Platzhalter verwenden möchten, muss Ihr Piercingloch in ein paar Monaten nicht unbedingt zuwachsen. Oft genügt es wenn nach der Schwangerschaft der Piercer dieses wieder etwas dehnt. Ebenfalls problematisch werden Intimpiercings an den Schamlippen. Diese können bei den Untersuchungen stören und unangenehm werden, sobald die Schamlippen anschwellen. Spätestens bei der Geburt selbst sollten diese entfernt werden, damit es keine Verletzungsgefahr für das Baby und die Mutter gibt. Falls es nicht zuwachsen darf, kann man einen Platzhalter aus medizinischem Silikon oder PFTE auch hier einsetzen, dieser kann sogar während der Geburt an Ort und Stelle bleiben. Allgemein sollten alle Piercings während der Schwangerschaft hohe Qualität aufweisen, z.B. aus Titan, damit sich keine Kleinstpartikel ablösen und über das Blut ins Baby gelangen.

Piercing Pflege

Entscheidend nach der Auswahl des passenden Piercings ist definitiv die Pflege desselben. Mit der richtigen Pflege sind Piercings risikoarm und nahezu unbedenklich. Vernachlässigt man die Pflege jedoch und es gibt Komplikationen, kann es wirklich gefährlich werden, dies reicht von Empfindugsstörungen, über Muskellähmungen bis hin zur Sepsis.

Hier haben wir für Sie einmal die Grundlagen der Piercingpflege zusammengestellt. Dies ersetzt jedoch keinesfalls das umfassende Gespräch und die Informationen durch Ihren Piercer. Ein erfahrener Piercer kann Ihnen passend zu Ihrem Hauttyp, Ihrem Piercingmaterial und der gewünschten Piercingstelle die nötigen Empfehlungen geben und die richtigen Pflege- und Reinigungsprodukte für Sie auswählen. Trauen Sie sich also unbedingt hier alle Fragen zu stellen, damit es später keine unangenehmen Überraschungen gibt. Wer ein Piercing möchte, der sollte sich im Klaren sein, dass die Pflege unabdingbar ist und täglich Zeit in Anspruch nimmt. Zudem sind bei einem frischen Piercing noch viele andere Dinge zu beachten, gerade während der Anheilung müssen einige Dinge unterlassen werden. Falls sich dennoch ein Piercing entzündet, finden Sie hier auch eine Anleitung für den Notfall.

Grundlagen der Piercingpflege

Ein Piercing ist immer eine Verletzung, ein Frisches sogar eine offene Wunde. Normalerweise bilden Wunden eine schützende Kruste damit die Öffnung geschützt ist vor Keimen, Bakterien oder anderen Verunreinigungen. Bei einem Piercing ist diese Kruste jedoch nicht erwünscht, es soll schließlich offen bleiben und die Krustenbildung ist durch den Erstschmuck auch nicht richtig möglich. (Bilden sich dennoch Krusten, einfach ein Wattestäbchen befeuchten, damit einweichen und vorsichtig ablösen.) Daher ist es enorm wichtig die frische Wunde stets sauber zu halten, dies gilt aber selbstverständlich auch für ältere Piercings, die man ab und zu mit Wasser spülen sollte. Das Beste ist es sich vom Piercer professionell zur richtigen Pflege beraten zu lassen, er weiß auch Tipps, was sonst noch zu beachten ist. Die empfohlenen Pflegemittel sollten Sie großzügig, mit sauberen Fingern und ohne Wackeln auf die Piercingstelle aufbringen und zwar jeden Morgen und Abend, um den Schmutz, Talg und die Hautschüppchen, die sich um das Piercing sammeln, abzuwaschen. Bitte nie das Piercing bewegen, wenn mögliche Verkrustungen noch nicht vorsichtig aufgeweicht und entfernt wurden. Bei Komplikationen wie Nässen oder Brennen der Wunde, Ausschlag oder Allergie bitte unbedingt den Piercer oder Arzt aufsuchen. Die Kleidung über dem Piercing sollte nie zu eng aufliegen, da Reibung oder Druck auf das Piercing stets zu vermeiden sind. Schließlich ist es Ihr Ziel, dass die Wunde möglichst schnell abheilt und im Stichkanal eine schützende Hautschicht gebildet wird. Durch zu starke Bewegung durch Druck oder Sport mit Piercing, kann diese jedoch einreißen, vor allem da sie erst mit der Zeit dicker und damit unempfindlicher wird.

Wie behandelt man ein frisch gestochenes Piercing?

Ein neues Piercing ist eine offene, frische Wunde, und damit anfällig für Infektionen durch Schmutz, Bakterien und Viren, das sollte Ihnen bewusst sein. Am Tag des Piercingstechens sollten Sie das Piercing daher auf keinen Fall anfassen, mit der Reinigung und Pflege bitte erst am Tag danach beginnen. Allgemein gilt es Druck auf die Wunde zu vermeiden, also Berührung soweit wie möglich zu unterlassen und ansonsten nur mit desinfizierten Fingern an das Piercing zu gehen. Förderlich für den Heilungsprozess sind viel Schlaf, wenig Stress und gesunde Ernährung, bitte auch anfangs komplett auf Sport verzichten. Bitte auch den ersten Monat ein Aufquellen durch Vollbäder, Sauna, Solarium und Schwimmbäder meiden, stattdessen unter der Dusche waschen und keinesfalls Duschgel oder Ähnliches auf die frische Piercingwunde bringen. Auch Make Up, Lotions und ähnliches sind für diese Stelle erstmal tabu, nur dafür bestimmte Wundheilmittel dürfen verwendet werden. Gleiches gilt für fremde Körperflüssigkeiten: Bei Oralpiercings auf Küssen verzichten, bei Intimpiercings enthaltsam sein, ansonsten drohen Entzündungen. In den drei ersten Tagen mit dem neuen Piercing dürfen keine blutverdünnenden Mittel genommen werden, dazu zählen auch bestimmte Schmerzmittel, ebenso Koffein und Alkohol. (Falls Sie Marcumarpatient sind, bitte vor dem Piercen einen Arzt um Rat bitten und auch unbedingt den Piercer darüber informieren, um unnötige Risiken zu vermeiden.) Bei Oralpiercings ist das Rauchen zu unterlassen. Enorm wichtig ist es den Schmuck keinesfalls herauszunehmen, bevor das Piercing nicht komplett abgeheilt ist. Schwellungen kann man mit Kühlung lindern, aber bitte nicht zu kalt. Atmungsaktive lockere Kleidung über dem neuen Schmuckstück ist empfehlenswert. Für Piercings im Mundraum gilt zudem: bitte die ersten Tage nicht zu heiß, zu kalt, zu salzig oder zu scharf essen und den Mund hinterher mit Wasser spülen. Für die Pflege bitte den vorigen Abschnitt beachten.

Welche Pflege- und Reinigungsmittel gibt es?

Um Komplikationen zu vermeiden, sollte ein Piercing mit den richtigen Pflege- und Reinigungsmitteln behandelt werden. Hier gibt es viele verschiedene Piercing Pflegemittel und sogar komplette Reinigungskits. Ihr Piercer wird Ihnen sagen können, welche Mittel sich für Ihr Piercing am Besten eignen. Hier kommt es auf die Stelle an, da beispielsweise Lippenpiercings sich besonders schnell entzünden können durch den Kontakt mit Nahrung und Umgebung, aber auch das Piercingmaterial ist entscheidend. Für eine professionelle Versorgung der Wunde sollten Sie hochwertige Mittel verwenden. Wichtig ist auch, dass diese einfach anzuwenden sind, immerhin kommt die Pflege täglich mehrmals auf Sie zu. Praktisch sind Mittel, mit der Sie die Wunde und das Piercing desinfizieren können. Hier gibt es auch Reinigungsmittel, die sich für sämtliche Materialien eignen, egal ob Edelstahl oder Silikon Piercing. Eine bequeme Anwendung ist die Möglichkeit die Piercingstelle einfach damit einzusprühen und das Piercing selbst darin einzutauchen. Wichtig ist auch, dass nicht nur desinfiziert und gesäubert wird, sondern auch gepflegt und mit einer antibakteriellen Schutzschicht versehen wird. Gute Pflege- und Reinigungsmittel beugen zudem unangenehmer Geruchsbildung vor, und eignen sich auch als antiseptische Gleitmittel um die Piercings schmerzfrei einzusetzen. Dies hilft beispielsweise beim Dehnen von Ohrlöchern. Wichtig ist auch, dass die Mittel die Haut nicht austrocknen. Passiert dies doch, kann man diese mit Jojobaöl pflegen, da dieses antiallergen ist und den Feuchtigkeitshaushalt der Haut verbessert. Da wir hier kein bestimmtes Produkt bewerben möchten, raten wir Ihnen den Empfehlungen eines seriösen Piercers mit langjähriger Erfahrung zu vertrauen.

Was tun bei einem entzündeten Piercing?

Generell ist die Entzündungsgefahr kurz nach dem Stechen am Größten, denn zu dieser Zeit ist die Wunde noch offen, die schützende Hautschicht im Stichkanal ist noch nicht ausgebildet oder noch sehr dünn und empfindlich. Was Sie tun können, um Entzündungen zu vermeiden, haben wir Ihnen weiter oben gut beschrieben. Doch auch ältere Piercings können sich durch Talg, Schmutz und Hautablagerungen oder einen Riss im Stichkanal entzünden.  Falls dies trotz der täglichen Pflege passiert, so dürfen Sie den Schmuck keinesfalls einfach selbst entfernen. Dies würde dazu führen, dass sich die entzündete Stelle verkapselt und der Eiter so nicht mehr abfließen kann. Stattdessen bitte sofort einen Piercing-erfahrenen Arzt oder einen erfahrenen Piercer aufsuchen. Im Notfall muss das Piercing dann tatsächlich entfernt werden, doch hier geht die Gesundheit vor. Auch starke Reibung kann ein Piercing entzünden, hier kann zu Beginn auch Abkleben des Piercings zu einer Verbesserung führen. Doch woran erkennt man eine Entzündung? Die umgebende Hautpartie wird warm, verfärbt sich rötlich, schwillt an oder verhärtet, sodass sich das Piercing nicht gut bewegen lässt und vor allem: die Stelle schmerzt. Bei diesen Zeichen und erst Recht, wenn bereits Eiter entsteht, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eine unbehandelte Infektion kann sich auch ausweiten und im schlimmsten Fall als Blutvergiftung sogar tödlich enden. Bis zum Termin können Sie es leicht bewegen, damit es nicht festwächst und steril abdecken. In leichteren Fällen können Sie auch versuchen die Wunde mit einer in Kamillentee getauchten, sterilen Kompresse abzutupfen.